[Rezension] Jenny Blackhurst- Das Böse in deinen Augen

Luebbe Verlag
430 Seiten
ISBN- 978-3404176892
Klappentext:

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust - und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen -

Meine Meinung: 

Dieses Buch lässt mich atemlos und auch irgendwie etwas erschöpft zurück.
Es war mir nicht möglich, das Lesen zu unterbrechen und las bis tief in die Nacht. So weit, so gut- es war wirklich ein sehr spannendes Leseerlebnis.

Mit am Wichtigsten sind mir immer die Charaktere, die in einem Buch vorkommen. Da hatte ich diesmal ordentlich dran zu tun- fast alle Charaktere sind ordentlich ausgestaltet, haben Motivationen und Beweggründe und handeln nachvollziehbar. Gerade im Fall von Imogen, der Psychologin, erschien mir die Geschichte dahinter manchmal etwas bemüht. Es erscheint mir unlogisch, dass eine Psychologin ihre eigene Geschichte nicht aufarbeitet, bevor sie in ihrem Job arbeitet, und soweit ich weiß, ist die Selbsttherapie in der Ausbildung zwingend. Warum also ist sie so stark traumatisiert davon und handelt so irrational? Sie wurde mir im Laufe des Buches leider sehr unsympathisch. Ellie ist für mich ein sehr interessanter Charakter, der schon anständig psychologisch unterfüttert wurde. Ihr Verhalten aufgrund ihrer Erfahrungen ist nachvollziehbar und erschütternd, ja, das auch.
Die anderen Charaktere waren auf jeden Fall aufregend, im Sinne von erregend, denn ich musste durchaus das ein oder andere Mal vor Wut schnaufen. Mobbing und Hexenjagd ist ein starkes Thema des Buches, da sollte man nicht zu zart besaitet sein.

Nun zur Spannung bzw. zum Inhalt: Ich fand durchaus, an einigen Stellen hätte man das Buch sicher etwas raffen können, ohne an Spannung einzubüßen. Ellis Alltag und die Widrigkeiten denen sie ausgesetzt ist werden wirklich in epischer Breite behandelt sodass auch dem ahnungslosesten Leser aufgehen dürfte dass dies an keinem Kind spurlos vorbeigehen kann.
Abgesehen von der vielleicht etwas zu starken Betonung auf Mobbing und Schuldzuweisungen fand ich die Handlung aber durchaus originell. Die Autorin spielt da auch sehr mit den Urängsten bzw. der Naivität und der Gutgläubigkeit im Bezug auf Kinder. Dass die vielleicht doch nicht immer so nett sind, mag mache sicher schockieren.

Mein Fazit:

Sehr spannender Thriller mit wenigen Längen, der sich leicht und schnell lesen lässt. Das Katz- und Mausspiel hatte für mich durchaus einen gewissen Reiz und die ganze Handlungskonstruktion wirkte auf mich stimmig. Mir hat es gefallen und ich werde mir sicher noch mehr Bücher der Autorin anschauen.

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